Was haben wir bereits geschafft, und was haben wir noch vor?

Liebe Freundinnen und Freunde,

dies ist der achte Newsletter der Kampagne „Unter 18 nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“.

Vor Kurzem erhielten wir die Info, dass im letzten Jahr 1.148 Minderjährige von der Bundeswehr neu eingestellt wurden – wir haben also noch einiges zu tun, aber auch schon viel geschafft! Über dies und mehr möchten wir dich heute informieren:

1. Save The Date: Aktionstage im Sommer
2. Datenweitergabe an die Bundeswehr beenden: Mit unserem Widerspruchstool!
3. Gespräche mit Politiker*innen
4. Kritik an „Dein Jahr für Deutschland“

Viel Spaß beim Lesen!
Herzliche Grüße

Sarah Gräber, Campaignerin



1. Save The Date: Aktionstage im Sommer
Unser Aktionsmonat im letzten Juni war ein großer Erfolg. Deshalb haben wir uns entschlossen, auch diesen Sommer daran anzuknüpfen: Vom 21. August bis zum 05. September finden unsere Aktionstage statt! Mach mit bei den Aktionstagen:
 

  • Sammle Unterschriften für die Petition der Kampagne.
  • Werde aktiv und organisiere Infostände, Kundgebungen oder andere Aktionen, um auf die skandalöse Rekrutierungspraxis der Bundeswehr aufmerksam zu machen.
  • Bestelle und verteile Materialien der Kampagne. Aktionspakete mit Banner, Flyern, Aufklebern, Fact Sheets und großen Pappaufstellen schicken wir Dir gerne zu (schreib uns einfach: info@unter18nie.de).
  • Unterschreibe und verschicke unsere Postkarte, mit der du die Weitergabe deiner Daten an die Bundeswehr verbietest oder nutze dafür unser Online-Tool und verbreite es weiter.
  • Verfolge die Werbung der Bundeswehr auf YouTube kritisch und hinterlasse Kommentare, wenn es etwas zu sagen gibt.
  • Folge uns auf Facebook, Twitter und Instagram, um nichts zu verpassen.
  • Komm ins Gespräch mit Politiker*innen aus deinem Wahlkreis und nutze dafür unseren Leitfaden.

Sei dabei, denn gemeinsam können wir etwas erreichen! Mehr Informationen folgen in Kürze.

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2. Datenweitergabe an die Bundeswehr beenden:
Mit unserem Widerspruchstool!

Du bist Jugendlicher und hast Werbung von der Bundeswehr im Briefkasten, die du nicht bekommen willst? Und wunderst du dich, woher sie überhaupt deine Adresse hat? Die Antwort ist: Vom Einwohnermeldeamt! Und das geschieht ohne deine Zustimmung. Aber du kannst dem Ganzen widersprechen! Und zwar mit einem ganz einfachen und automatischen Tool direkt hier auf unserer Webseite.
 

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3. Gespräche mit Politiker*innen + unsere Forderung im Wahlprogramm der Grünen

Seit dem letzten Newsletter hatte unsere Campaignerin Sarah Gräber die Möglichkeit, mit der Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut (Die Linke) bei einem Online-Meeting zu sprechen (siehe Foto rechts). Unsere Themen – die Rekrutierung Minderjähriger sowie die Bundeswehrwerbung, die sich an Jugendliche richtet – stießen bei ihr auf großes Interesse. Alle Beteiligten tauschten sich über die Gefahren aus, die damit einhergehen und stimmten gemeinsam nächste Schritte ab. Wir freuen uns darauf, künftig mit Frau Akbulut an der Erreichung unserer Ziele zu arbeiten.

Außerdem freuen wir uns über die Unterstützung von Eva Högl, der Wehrbeauftragten des Bundestags. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk wurde sie direkt auf unsere Kampagne angesprochen und hat bestätigt, dass sie unsere Forderungen unterstützt und sich für eine Erhöhung des Rekrutierungsalters auf 18 Jahre einsetzt:

„Sie kennen das Bündnis “Unter 18 nie!”. Würden Sie es unterschreiben?“ „Ich würde es unterschreiben. Ich setzte mich während meiner Amtszeit auch dafür ein, dass wir sagen: Bundeswehr ab 18, das ist früh genug.“

Das ganze Interview gibt es hier.

Sehr erfreulich ist, dass sich unsere Beharrlichkeit ausgezeichnet hat. Die Grünen haben unsere Forderung in ihr Wahlprogramm aufgenommen:

„Die Rekrutierung Minderjähriger sowie den bewaffneten Einsatz der Bundeswehr im Inneren lehnen wir ab und wollen den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz beenden sowie die politische Bildung in Schulen, durch Stärkung ziviler Krisenprävention und Konfliktbearbeitung, gleichberechtigt gestalten.“

Übrigens: Auf www.unter18nie.de findest du die Wahlprüfsteine, die wir an alle Parteien (außer der AFD) in Vorbereitung auf die Bundestagswahl geschickt haben. Sobald wir Antworten erhalten, informieren wir euch.

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4. Kritik an „Dein Jahr für Deutschland“

Anfang April haben die ersten Rekrutinnen und Rekruten den neuen „Freiwilligendienst im Heimatschutz“ bei der Bundeswehr angetreten. Doch die von der Verteidigungsministerin vorangetriebene Initiative ist umstritten – vor allem, weil das neue Rekrutierungsformat, das schon Jungen und Mädchen ab 17 Jahren offensteht.

Die Rekrutinnen und Rekruten, die nun an insgesamt 13 Standorten ihren Dienst begonnen haben, bekommen zunächst eine dreimonatige militärische Grundausbildung, wie sie andere Soldatinnen und Soldaten auch erhalten. Nach dem ersten Quartal gehen sie dann in eine Spezialgrundausbildung. In diesen vier Monaten der Spezialausbildung lernen die Frauen und Männer vor allem „Objektschutz“. Das heißt: Das Sichern von bedeutenden Gebäuden, von Lagerstätten, von Brücken. Von einer Art „Wehrdienst light“ sprechen nicht wenige mit Blick auf den Freiwilligendienst. „Der neue Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz ist ein Werbetrick, um gezielt junge Menschen und Minderjährige als Soldaten anzuwerben”, sagt unser Sprecher Ralf WIllinger von terre des hommes.

„Der neue Wehrdienst im Heimatschutz ist gerade für junge Schulabgänger*innen attraktiv und wird deshalb die Zahlen minderjähriger Soldatinnen und Soldaten weiter erhöhen“, sagt Armin Lauven von Pax Christi. „Die Grundrechte sind bei Soldatinnen und Soldaten sowieso stark eingeschränkt, die Kinderrechte werden regelmäßig schwer verletzt, es gibt, auch außerhalb der Auslandseinsätze, hohe Risiken. Das verdeutlicht glasklar: Die Bundeswehr ist kein Ort für minderjährige Jungen und Mädchen und jeder Wehrdienst, auch der neue Heimatschutz-Wehrdienst, muss sich auf Erwachsene beschränken!“

Wir werden auch an diesem Thema dranbleiben!

Anfang April haben die ersten Rekrutinnen und Rekruten den neuen „Freiwilligendienst im Heimatschutz“ bei der Bundeswehr angetreten. Doch die von der Verteidigungsministerin vorangetriebene Initiative ist umstritten – vor allem, weil das neue Rekrutierungsformat, das schon Jungen und Mädchen ab 17 Jahren offen steht.

Die Rekrutinnen und Rekruten, die nun an insgesamt 13 Standorten ihren Dienst beginnen, bekommen zunächst eine dreimonatige militärische Grundausbildung, wie sie andere Soldatinnen und Soldaten auch erhalten. Nach dem ersten Quartal gehen sie dann in eine Spezialgrundausbildung. In diesen vier Monaten der Spezialausbildung lernen die Frauen und Männer vor allem „Objektschutz“. Das heißt: Das Sichern von bedeutenden Gebäuden, von Lagerstätten, von Brücken. Von einer Art „Wehrdienst light“ sprechen nicht wenige mit Blick auf den Freiwilligendienst. „Der neue Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz ist ein Werbetrick, um gezielt junge Menschen und Minderjährige als Soldaten anzuwerben”, sagt unser Sprecher Ralf WIllinger von terre des hommes.

„Der neue Wehrdienst im Heimatschutz ist gerade für junge Schulabgänger*innen attraktiv und wird deshalb die Zahlen minderjähriger Soldatinnen und Soldaten weiter erhöhen“, sagt Armin Lauven von Pax Christi. „Die Grundrechte sind bei Soldatinnen und Soldaten sowieso stark eingeschränkt, die Kinderrechte werden regelmäßig schwer verletzt, es gibt, auch außerhalb der Auslandseinsätze, hohe Risiken. Das verdeutlicht glasklar: Die Bundeswehr ist kein Ort für minderjährige Jungen und Mädchen und jeder Wehrdienst, auch der neue Heimatschutz-Wehrdienst, muss sich auf Erwachsene beschränken!“

Unsere Kampagne hat vier Fragen bei CDU/CSU, SPD, FDP, den Linken und den Grünen eingereicht um ihre jeweilge Position zum Thema Minderjährige in der Bundeswehr abzufragen. Mit einer Antwort der Parteien rechnen wir ab Juli.

Unsere Fragen lauten:

1. Rekrutierung minderjähriger Soldat*innen

Deutschland ist eines von wenigen Ländern weltweit, das den internationalen 18-Jahres-Standard bei der Rekrutierung von Soldatinnen nicht einhält (über 150 Länder halten ihn ein) und jedes Jahr minderjährige Jungen und Mädchen als Bundeswehrsoldatinnen einstellt, in den letzten 10 Jahren (seit 2011) waren es insgesamt über 14.000, im Jahr 2020 waren es 1.148.


• Wird Ihre Partei sich für die Anhebung des Bundeswehr-Rekrutierungsalters auf 18 Jahre einsetzen – wie es vom UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und von der Kinderkommission des Deutschen Bundestages gefordert wird?

2. Militärwerbung bei Minderjährigen

Die Bundeswehr wirbt mit teuren Kampagnen in den Sozialen Medien, auf Messen und Veranstaltungen bei Minderjährigen. Soldatinnen und Soldaten (Jugendoffiziere und Karriereberater) erreichen bei Schulbesuchen jedes Jahr mehrere Hunderttausend Schüler*innen, sie betreiben Imagewerbung und halten Vorträge vor Schulklassen. Die Risiken und Schattenseiten des Soldatenberufs werden dabei ganz verschwiegen oder unzureichend thematisiert, gleiches gilt für gedruckte Informations- und Werbematerialien der Bundeswehr.


• Wird sich Ihre Partei dafür einsetzen, dass Militärwerbung bei Minderjährigen gesetzlich verboten wird – wie es auch der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und die Kinderkommission des Deutschen Bundestages fordern?

3. Sexuelle, körperliche und seelische Gewalt, Unfälle und weitere Risiken

Bei der Bundeswehr kommt es jedes Jahr zu schweren Unfällen und sexuellem Missbrauch. Die Zahl strafbarer sexueller Übergriffe, die von der Bundeswehr registriert werden, hat sich von 2015 (86) bis 2019 (345) vervierfacht. In den letzten drei Jahren waren laut Verteidigungsministerium davon mind. 17 Minderjährige betroffen. Minderjährige werden mit Erwachsenen zusammen untergebracht und an der Waffe militärisch ausgebildet, sie erlernen Kriegstechniken und wie man Menschen tötet.
• Wie will Ihre Partei künftig den Schutz minderjähriger Soldat*innen vor sexuellen Übergriffen, körperlicher und seelischer Gewalt, Unfällen, psychischen Schäden und anderen Risiken der Soldatenausbildung gewährleisten, zu denen die Bundeswehr nach nationalen und internationalen Gesetzen verpflichtet ist.

4. Datenerhebung zur Lage minderjähriger Soldat*innen

Zur Lage minderjähriger Soldatinnen in der Bundeswehr werden bisher keine Daten ausgewertet und veröffentlicht, obwohl sich diese Verpflichtung aus den Schutzpflichten der UN-Kinderrechtskonvention und ihres ersten Zusatzprotokolls ergibt und diese Daten vom UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes von Deutschland eingefordert wurden.

Wird Ihre Partei dafür sorgen, dass Daten zur Lage minderjähriger Soldatinnen in der Bundeswehr (zu sexuellem Missbrauch, Unfällen, Gesundheit inkl.
psychologische Gesundheit, physischer und psychischer Gewalt (inkl. Mobbing), Suiziden, Drogenmissbrauch, politischem Extremismus, vorzeitigem Abbruch oder Kündigung des Dienstverhältnisses, etc.) künftig mindestens einmal im Jahr ausgewertet und veröffentlicht werden?

Eva Högl, die Wehrbeauftragte des Bundestags, hat dem Deutschlandfunk ein Interview gegeben, in dem sie direkt auf unsere Kampagne angesprochen wurde. Dort hat sie bestätigt, dass sie unsere Forderungen unterstützt und sich für eine Erhähung des Rekrutierungsalters auf 18 Jahre einsetzt: „Sie kennen das Bündnis “Unter 18 nie!”. Würden Sie es unterschreiben?“ „Ich würde es unterschreiben. Ich setzte mich während meiner Amtszeit auch dafür ein, dass wir sagen: Bundeswehr ab 18, das ist früh genug.“

Das ganze Interview gibt es hier.

Bonn/Stuttgart, 18.01.2021 Trotz scharfer Kritik aus dem In- und Ausland rekrutiert die Bundeswehr auch weiterhin unter 18-Jährige.

Die Kampagne „Unter 18 nie!“ kritisiert die noch immer hohe Zahl von Minderjährigen in der Bundeswehr. „Es ist zwar erfreulich, dass unsere Arbeit Wirkung zeigt und 2020 etwas weniger unter 18-Jährige ihren Dienst bei der Bundeswehr begonnen haben als in den letzten Jahren, trotzdem ist die Zahl noch immer skandalös hoch“, erklärt Sarah Gräber, Sprecherin der Kampagne.

„Unter 18 nie!“ bezieht sich auf neueste Zahlen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Norbert Müller von DIE LINKE. Demnach wurden 2020 insgesamt 1.148 Minderjährige von der Bundeswehr neu eingestellt – 773 davon als Freiwilligen Wehrdienst-Leistende und 375 als Soldaten auf Zeit. Damit ist die Zahl zwar im Vergleich zum Vorjahr gesunken, bleibt aber weiter auf einem hohen Niveau. Laut Bundesregierung waren 231 der minderjährigen eingestellten Rekruten im vergangenen Jahr Mädchen. Seit Aussetzung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr über 14.000 Minderjährige an der Waffe ausgebildet.

Die Kampagne verweist auf die UN-Kinderrechtskonvention, die die Rekrutierung von Minderjährigen verbietet, sowie auf den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes und die Kinderkommission des Bundestags, die Deutschland wiederholt empfohlen haben, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben.

„Deutschlands Rekrutierungspraxis ist rückständig, nur noch wenige Länder weltweit rekrutieren überhaupt noch Minderjährige in ihre Armeen. Der Soldatenberuf birgt hohe Risiken, auch in der Ausbildung, der Kindesschutz ist in der Bundeswehr nicht gewährleistet, es kommt jedes Jahr zu schweren Kinderrechtsverletzungen. Minderjährige Rekrut*innen sind dem hohen Druck oft nicht gewachsen, sie brechen ihren Dienst häufig vorzeitig ab oder werden gekündigt. Es wird höchste Zeit, diese rückständige Rekrutierungspraxis zu beenden und das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben“, fordert Ralf Willinger von der Trägerorganisation terre des hommes.

Die Kampagne „Unter 18 nie! Keine Minderjährigen bei der Bundeswehr“ wird getragen von einem breiten Bündnis verschiedener Organisationen und Zusammenschlüsse aus den Bereichen der Friedensinitiativen, der Kirchen und der Gewerkschaften. Sie fordert die Anhebung des Rekrutierungsalters für den Militärdienst auf 18 Jahre sowie ein Verbot jeglicher Bundeswehrwerbung bei Minderjährigen.

Kurz vor Weihnachten hatte unsere Campaignerin Sarah Gräber zusammen mit zwei Vertretern unserer Trägerorganisation “DFG-VK Baden-Württemberg” die Möglichkeit, mit der Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut (Die Linke) zu sprechen. Unsere Themen (die Rekrutierung Minderjähriger sowie die Bundeswehrwerbung, die sich an Jugendliche richtet) stießen bei ihr auf großes Interesse. Die Beteiligten tauschten sich über die Gefahren aus, die damit einhergehen und stimmten gemeinsam nächste Schritte ab. Wir bedanken uns bei Frau Akbulut für ihre Zeit und freuen uns darauf, künfitg mit ihr an der Erreichung unserer Ziele zu arbeiten.

Jan Ohn (Mitarbeiter von Frau Akbulut), Hedwig Sauer-Gürth und Otto Reger (Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen Baden-Württemberg), Sarah Gräber (Campaignerin von Unter 18 nie! und Gökay Akbulut im Online-Gespräch.

Die Kampagne „Unter 18 nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“ verabschiedet sich bis zum 04. Januar in den Weihnachtsurlaub. Wir wünschen frohe und erholsame Festtage und einen guten Start in das neue Jahr!

Zahlen zu Minderjährigen Rekrut*innen + Gespräche mit Politiker*innen + Aktion in Manheim + Bitte um Unterstützung

Liebe Freundinnen und Freunde,

heute erhältst du den siebten Newsletter der Kampagne „Unter 18 nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr“! Wir möchten die Gelegenheit nutzen und dich über folgende Themen informieren:

1. Neue Zahlen: Wie viele Rekrut*innen sind nach Ablauf ihrer Probezeit immer noch minderjährig?
2. Gespräche mit Politiker*innen: Mit wem haben wir uns in den letzten Wochen unterhalten und wie ist es gelaufen?
3. Aktion im Mannheim
4. Unterstütze die Arbeit der Kampagne mit einer Weihnachtsspende


Viel Spaß beim Lesen!

Herzliche Grüße

Sarah Gräber, Campaignerin

1. Neue Zahlen: Wie viele Rekrut*innen sind nach Ablauf ihrer Probezeit immer noch minderjährig?
Letztes Jahr hat die Bundeswehr 1.705 unter 18-Jährige eingestellt. 747 von ihnen waren auch nach Ablauf der sechsmonatigen Probezeit noch minderjährig. Das entspricht über 43 Prozent! Das ist eine erschreckend hohe Zahl, da die Betroffenen nach ihrer Probezeit nicht einfach so kündigen können. Die neuen Informationen gehen aus der Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Abgeordneten Helin Evrim Sommer von den Linken hervor. Es ist zu befürchten, dass 2020 die Zahl sogar noch steigen wird!

„Entgegen den wiederholten Behauptungen von Dr. Peter Tauber, Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, steht die Praxis der Rekrutierung Minderjähriger nicht in Einklang mit der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen“, sagt unser Sprecher Ralf Willinger. „Ganz im Gegenteil, Kinderrechte werden regelmäßig bei der Bundeswehr massiv verletzt, beispielsweise durch Unfälle bei militärischen Übungen und Fälle von sexuellem Missbrauch und Gewalt, es gibt keinerlei Schutzmaßnahmen davor und die Bundeswehr weigert sich seit Jahren, die entsprechenden Daten zu veröffentlichen“.

Wir fordern: Die Bundesregierung muss endlich die wiederholten Aufforderungen des UN-Ausschusses für Kinderrechte umsetzen und das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre hochsetzen!

Dass die Rekrutierungspraxis der Bundeswehr in vielfacher Hinsicht gegen die UN-Kinderrechtskonvention und damit gegen das Völkerrecht verstößt, wurde zuletzt vom Menschenrechtsexperten Prof. Michael Krennerich im „Schattenbericht Kindersoldaten 2019“ belegt, den ihr auch auf unserer Webseite findet. Deutschland wird seit 2008 vom UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes regelmäßig kritisiert und aufgefordert, das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre zu erhöhen – bisher leider vergeblich. Doch damit sich daran bald etwas ändert, führen wir regelmäßig Gespräche mit Politiker*innen.

2. Gespräche mit Politikern: Mit wem haben wir uns in den letzten Wochen unterhalten und wie ist es gelaufen?

Wir haben die letzten Wochen genutzt, um neue Kontakte zu Politiker*innen zu knüpfen und viele Gespräche zu führen – egal ob persönlich oder online.

Unterhalten haben wir uns mit Gyde Jensen und Matthias Seestern-Pauly sowie Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP, Karl-Heinz Brunner von der SPD und Frank Heinrich von

der CDU. Alle Termine verliefen sehr erfreulich und zum Teil konnten konkrete gemeinsame Schritte verabredet werden. Wir verbuchen es als großen Erfolg, dass wir nun auch in Kontakt zu Vertreter*innen der FDP und der CDU stehen. Denn nur gemeinsam werden wir unsere Ziele erreichen können.

3. Aktion in Mannheim
Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die meisten Veranstaltungen in den letzten Wochen wieder in den digitalen Raum verschoben. Umso mehr freuen wir uns, dass das Antimilitaristische Bündnis Mannheim am 7. November 2020 in die Öffentlichkeit gegangen ist, um auf unser Thema aufmerksam zu machen und zahlreiche Unterschriften für die Petition unserer Kampagne gesammelt hat.

Es gab viele Interessierte und Diskussionswillige, die die ausgelegten Flyer unserer Kampagne mitgenommen haben und mit denen spannende Gespräche geführt wurden. Wir möchten uns herzliche beim Antimilitaristischen Bündnis Mannheim für ihren Einsatz bedanken und freuen uns natürlich über Nachahmer.

Wenn auch du aktiv werden möchtest 2021 und dafür Material und/ oder Tippst braucht, wie du das machen kannst, dann melde dich bei uns per Mail!

4. Unterstütze die Arbeit der Kampagne mit einer Weihnachtsspende
Wir würden uns sehr über deine Unterstützung in Form einer Spende freuen, damit wir im kommenden Jahr als Kampagne wieder aktiv werden können. 2020 war kein einfaches Jahr, auch nicht für uns als Kampagne. Viele geplante Aktionen konnten nicht stattfinden, doch wir haben das Beste daraus gemacht und uns beispielsweise stärker der Lobbyarbeit gewidmet. Nächstes Jahr wollen wir wieder voll durchstarten zur Bundestagswahl und hoffen dabei auf deine Unterstützung!

Bitte spende für die Kampangnearbeit auf folgendes Bankkonto:

Kampagne „Unter 18 nie!“ (Sonderkonto beim Förderverein Frieden e.V.)
DE08 | 4306 | 0967 | 4041 | 8604 | 03
Stichwort: Weihnachtsspende Unter18nie

Oder spende online per Bankeinzug oder PayPal über die Webseite des Kampagnenbüros Netzwerk Friedenskooperative:

[https://www.friedenskooperative.de/spende-unter18nie]
 

Herzlichen Dank!

Hinweis: Der Förderverein Frieden e.V. stellt am Anfang des Jahres eine Bescheinigung aus, damit die Spende steuerlich geltend gemacht werden kann.

Am 24. November haben sich Vertreter unserer Kampagne mit Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP zu einem Online-Gespräch verabredet. Wir haben uns sehr über ihre große Unterstützung gefreut und werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben, um weiter an unseren Themen zu arbeiten.

Weitere Unterschriften für ein Ende der Rekrutierung von Minderjährigen gesammelt

Das Antimilitaristische Bündnis Mannheim ist am 7. November 2020 in die Öffentlichkeit gegangen und hat Unterschriften für die Petition unserer Kampagne gesammelt. Die Unterzeichnenden setzen sich dafür ein, dass Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer die Rekrutierung von Minderjährigen durch die Bundeswehr stoppt.

Die Aktion am Paradeplatz war ein voller Erfolg, weil viele Unterschriften gesammelt wurden und optisch auffällig eine besondere Form der Militarisierung in den Blick gerückt wurde. Denn noch immer wissen zu wenige Menschen von der derzeitigen Rekrutierungspraxis.

Es gab viele Interessierte und Diskussionswillige, die dei ausgelegten Flyer unserer Kampagne mitgenommen haben und mit den interessante Gespräche geführt wurden. Wir möchten uns herzliche beim Antimilitaristischen Bündnis Mannheim für ihren Einsatz bedanken und freuen uns über Nachahmer.