Kritik an „Dein Jahr für Deutschland“

Anfang April haben die ersten Rekrutinnen und Rekruten den neuen „Freiwilligendienst im Heimatschutz“ bei der Bundeswehr angetreten. Doch die von der Verteidigungsministerin vorangetriebene Initiative ist umstritten – vor allem, weil das neue Rekrutierungsformat, das schon Jungen und Mädchen ab 17 Jahren offen steht.

Die Rekrutinnen und Rekruten, die nun an insgesamt 13 Standorten ihren Dienst beginnen, bekommen zunächst eine dreimonatige militärische Grundausbildung, wie sie andere Soldatinnen und Soldaten auch erhalten. Nach dem ersten Quartal gehen sie dann in eine Spezialgrundausbildung. In diesen vier Monaten der Spezialausbildung lernen die Frauen und Männer vor allem „Objektschutz“. Das heißt: Das Sichern von bedeutenden Gebäuden, von Lagerstätten, von Brücken. Von einer Art „Wehrdienst light“ sprechen nicht wenige mit Blick auf den Freiwilligendienst. „Der neue Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz ist ein Werbetrick, um gezielt junge Menschen und Minderjährige als Soldaten anzuwerben”, sagt unser Sprecher Ralf WIllinger von terre des hommes.

„Der neue Wehrdienst im Heimatschutz ist gerade für junge Schulabgänger*innen attraktiv und wird deshalb die Zahlen minderjähriger Soldatinnen und Soldaten weiter erhöhen“, sagt Armin Lauven von Pax Christi. „Die Grundrechte sind bei Soldatinnen und Soldaten sowieso stark eingeschränkt, die Kinderrechte werden regelmäßig schwer verletzt, es gibt, auch außerhalb der Auslandseinsätze, hohe Risiken. Das verdeutlicht glasklar: Die Bundeswehr ist kein Ort für minderjährige Jungen und Mädchen und jeder Wehrdienst, auch der neue Heimatschutz-Wehrdienst, muss sich auf Erwachsene beschränken!“